Der Hintergrund

Der Hintergrund 

LAMES DE PAUDILLE

Die Auferstehung einer alten Handwerkskunst

Messer heute, das sind meistens Plastikgriffe mit einer Inox-Klinge dazwischen. Man wirft sie weg, sobald ihre Schneidekraft nachlässt. Messer früher, das waren kunstvolle, handgearbeitete Schneidwerkzeuge, die gepflegt und in Ehren gehalten wurden. Dank ihrer herausragenden Qualität kamen sie über Jahrzehnte zum Einsatz und wurden in der Familie weiter vererbt. LAMES DE PAUDILLE, die in einem kleinen Ort in der Nähe von Vevey geschmiedet werden, lassen diese Tradition aufleben.

LAMES DE PAUDILLE Der Kreateur

Vom Schmiede-Virus infiziert

Joachim, der Macher von LAMES DE PAUDILLE, ging einer ganz anderen Beschäftigung nach, bevor er seine Bestimmung fand. Diese war allerdings in seinen Genen angelegt. Jeden Tag parkierte der Waadtländer sein Auto vor dem Haus der Familie gegenüber der verlassenen Schmiede seines Urgrossvaters. Eines Tages machte ein Freund eine schicksalhafte Bemerkung: Er meinte, es sei an der Zeit, dass in der kalten Esse, die inzwischen als Blumenkiste diente, wieder das Feuer lodere. Nach der Lektüre eines Fachbuches schmiedete Joachim vor drei Jahren also sein erstes Messer. Seither geht er als Messerschmied in seiner Arbeit jeden Tag zurück zu den Wurzeln des kunstvollen Handwerks und verpasst Klinge um Klinge den letzten Handfeinschliff. «Das ist keine Leidenschaft, das ist ein Virus!» sagt der Autodidakt, dessen liebster Moment das Zusammensetzen der handgefertigten Teile ist.

LAMES DE PAUDILLE Der Ursprung

Tausendjährige Tradition

Die Herstellung von Damaszenerstahl kam aus dem Orient vor über 2000 Jahren nach Europa. Der Werkstoff hat seinen Namen von der Stadt Damaskus über die damals der Handel lief. Prosaisch nennt man die Legierung aus Eisen und Kohlenstoff auch Schweissverbundstahl. Charakteristisch für Damaszenerklingen ist die dekorative Musterung. Sie entsteht durch die x-fache Schichtung und Faltung der Stahllamellen während des Schmiedeprozesses im Feuer. Um die Stabilität und die Flexibilität einfacher zu gewähren, werden moderne Damaszenerklingen heute um einen Inox-Kern herum geschmiedet. Nicht so bei LAMES DE PAUDILLE. Joachim verwendet ausschliesslich Naturmaterialien und arbeitet in der althergebrachten Tradition ohne neuartige und synthetisch hergestellte Zusätze.